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Momentan in China

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Auf den Spuren der Hakka Chinesen und Kurztrip nach Xiamen (29.04.16 - 02.05.16)

In China haben wir zwar nur halb so viele Feiertage wie in Deutschland, allerdings mit einer Sonderregel. Sobald ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag fällt, wird automatisch am darauf folgenden Montag in ganz China nicht gearbeitet. So auch letztes Wochenende, denn der 1. Mai ist auch in China "Tag der Arbeit" und somit ein Feiertag. Das verlängerte Wochenende habe ich genutzt um einen kulturellen Höhepunkt Chinas zu besuchen, die Siedlungen der Hakka Chinesen.



Diese Sehenswürdigkeit befindet ca. 1000km südwestlich von Ningbo in der Provinz Fujian und dort in einem kleinen Bergdorf namens Yongding. In der Karte kann man die geografische Position ganz gut nachvollziehen.



Die Anreise ist langwierig und auch etwas beschwerlich, dies ist der Grund warum dieses Highlight nicht von Touristengruppen angefahren wird und somit nicht allzu überlaufen ist. Ich hatte mich für eine Anreise per Zug entschieden. Longyan erreichte ich nach siebenstündiger Zugfahrt am späten Freitagabend. Dort gibt es nicht viel zu sehen, so hab ich nur kurz was gegessen und mir eine Unterkunft gesucht. Am Samstagmorgen für drei Stunden in den Bus nach Yongding, der etwas überfüllt war. :-) Wie eigentlich alle Busse in China.



Dann hatte ich gegen Mittag endlich mein erstes Ziel dieser Reise erreicht. Die Tulou der Hakka Chinesen.





Die Tulou sind große, meist kreisrunde Häuser, die mit bis zu mehreren Meter dicke Außenmauern aus Lehm gebaut sind. Vereinzelt gibt es sie auch in rechteckiger Form. Sie haben meist drei bis fünf Stockwerke und beherbergen bis zu 600 Menschen. Entgegen dem schlichten äußeren Aussehen sind sie im Inneren meist wunderschön dekoriert.



Aus Angst vor Erdbeben, Taifunen und Angriffen von Feinden haben die Hakka diese Bauweise entwickelt und über die Jahre stetig verbessert. Als Verteidigungsbauwerke besitzen sie fast keine Fenster und nur einen einzigen Eingang. Die Räume sind um einen großen Innenhof herum gebaut, die Dächer sind mit Ziegeln gedeckt. Einige Tulou weichen vom Standard ab und sind anstatt eines großen Innenhofs mit weiteren kleinen Häusern ausgebaut. Diese Bauvariante bietet aus den oberen Stockwerken einen wirklich traumhaften Anblick.





Tulou wurden zwischen dem 12. und 20. Jahrhundert gebaut. Die aufwändigsten und schönsten Gebäude stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die 46 Tulou von Yongding in Fujian wurden von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Das Tulou im Hintergrund ist über 500 Jahre alt.



Am Sonntag konnte ich zum Mittagessen noch die hausgemachten in ganz China berühmten Fujian-Nudeln genießen. Zubereitet von der Chefin meiner Unterkunft auf traditionelle Weise. Wirklich lecker. :-)





Im Anschluss machte ich mich auf den Weg von Yongding in die Küstenstadt Xiamen. Natürlich wieder mit dem Bus, nach zweimaligen Umsteigen und drei langen Stunden erreichte ich mein nächstes Etappenziel. Auch in Xiamen war ich erstmals zu Gast. Die Stadt hat überschaubare 2,5 Millionen Einwohner und besticht vor allem durch ihre Lage direkt am Meer. Überrascht war ich über den für China-Verhältnisse schönen Sandstrand. So konnte ich den Sonntag noch mit Barbecue und einem Bierchen am Strand ausklingen lassen.





Von hier aus kann man Taiwan am Horizont sehr gut sehen. Wie dicht der ungeliebte Nachbar auf der Pelle sitzt, wird einem hier erst richtig bewusst. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, während sich Taiwan als souveräner Staat sieht.



Xiamen ist bekannt als eine der schönsten Städte Chinas und dies kann ich nach meinem ersten Eindruck absolut bestätigen. Um die Stadt genauer kennenzulernen benötigt man mindestens drei Tage. Leider hatte ich diesmal nur einen Tag zur Verfügung, so spezialisierte ich mich auf das Gebiet rund um die Strandpromenade. Auffallend sind die für China außergewöhnlich vielen Palmen und Grünflächen, dies sorgt für eine sehr angenehme Atmosphäre in Xiamen.







So verbrachte ich einen erholsamen Tag bevor ich mich per Zug um 17:30Uhr auf den 5-stündigen Rückweg nach Ningbo machte, wo ich dann auch pünktlich um 22:30Uhr eingetroffen bin. Es war ein sehr interessantes Wochenende und hat sich trotz des etwas strapaziösen Reiseablaufs und zurückgelegten 2000km auf jeden Fall gelohnt. Um Xiamen genau zu erkunden, werde ich wohl irgendwann noch mal los müssen... :-)
3.5.16 08:15


Ein Leben mit dem Smog

Häufig sehen unbearbeitete Fotos aus China so aus.



Irgendwie hat man fast immer ein Luftflimmern oder gar eine Nebelwolke im Bild. Ich bin wirklich froh in Ningbo zu leben und nicht in Beijing oder Wuhan. In Küstenstädten ist die Situation aufgrund der Luftzirkulation zumeist besser als in den Industriestädten im Landesinneren. Ningbo liegt beim Abgleich der Werte in der Regel zwischen 100 - 180 Mikrogramm der sogenannten PM2,5 - Partikel pro Kubikmeter Luft. Damit ergeht es uns in Ningbo etwas besser als den Menschen in Beijing. Allerdings liegt der von der WHO vorgegebene Grenzwert bei 25. Alles darüber beinhaltet ein Risiko für gesundheitliche Schäden. Somit lebt man in Deutschland diesbezüglich sehr gesund. Der Wert steigt so gut wie nie über 25. Siehe hier einen Vergleich zwischen Ningbo, Beijing und München, gemessen am Freitag letzter Woche.



In Beijing wurden dieses Jahr bereits Werte über 600 gemessen. Dies ist dann akut gesundheitsgefährdend und die Bevölkerung wird angehalten das Haus nicht zu verlassen. Als Sofortmaßnahmen werden Produktionsverbote für Firmen ausgesprochen oder auch Fahrverbote für bestimmte Fahrzeugkennzeichen. Der Trend ist überall in China die letzten Jahre negativ und dies wird sich laut chinesischer Regierung die nächsten Jahre auch nicht ändern. 5 Jahre schätzen sie wird es dauern bis die Maßnahmen greifen und Besserung eintreten soll. Großstädte wie Beijing, Shanghai und Hangzhou haben bereits die Zulassungen von Fahrzeugen stark limitiert. In über 30 mittelgroßen Städten wie z.B. Ningbo soll es angeblich ab 2017 soweit sein. Leider spricht auch in China die Autoindustrie, genau wie in Deutschland beim Tempolimit, ein Wörtchen mit. "Rush Hour" in Ningbo, es sind einfach zu viele Autos. Vor mir ein Wagen ohne Nummernschild. Dies bedeutet frisch zugelassen. Einen Tag darf man mit einem Neuwagen in China ohne Nummer fahren. Momentan werden alleine im Großraum von Ningbo jeden Tag unvorstellbare 1150 Fahrzeuge neu zugelassen.



Der Strom wird bislang zu 80% aus Kohlekraftwerken erzeugt, was eine enorme Luftverschmutzung nach sich zieht. Der Ausbau von Kernkraftwerken wird deshalb stark vorangetrieben, was bekanntermaßen andere Risiken mit sich bringt, hier aber erst mal Abhilfe schafft. China setzt im Gegensatz zu Deutschland zukünftig auf Atomkraft.



Mülltrennung oder Wiederverwertung sind in China nahezu Fremdwörter. In der Folge werden Unmengen an Müllverbrennungsanlagen benötigt. In Ningbo stehen überall Mülltrennungsanlagen wie im Bild zu sehen , aber nur die Allerwenigsten denken darüber nach was sie in welche Öffnung einwerfen. Ein Bewusstsein für die Umwelt, ist dem Großteil der chinesischen Bevölkerung aufgrund ihrer Kultur nur schwer vermittelbar. Um diese Tatsache annähernd zu verstehen habe ich Jahre gebraucht.



Allzu böse sollten wir den Chinesen nicht sein, streben nach Wachstum und Produktivität haben wir ihnen beigebracht. Sie versuchen sich und ihr Land nach vorne zu bringen, wie wir Europäer es während der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert getan haben. Das große Problem dabei ist, China tut dies mit wesentlich mehr Menschen. Somit entstehen um ein vielfaches höhere Umweltbelastungen und dadurch irreparable Schäden. Bis noch vor einem halben Jahr konnte ich mir nicht vorstellen eine Atemmaske zu tragen.



Ich habe diesbezüglich meine Meinung an Tagen wie hier im Bild geändert. Es zeigt Ningbo früh um 9 Uhr.



Natürlich spreche ich über dieses Thema auch mit anderen Ausländern und es scheint als wäre Smog für viele der Auslöser das Land schneller zu verlassen als geplant. Strittig ist die Frage, wie schwer die gesundheitlichen Folgen wirklich sind. Ärzte geben als Richtwert an, dass der Körper doppelt so lange benötigt um sich vollständig zu regenerieren als die Aufenthaltszeit in China war. Das muss ich mal in Ruhe durchrechnen und mir meine Gedanken machen...

9.5.16 12:25


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