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Shimla - Ein Stern im Norden von Indien

Endlos erscheint mir die Fahrt auf der mit Schlaglöchern gespickten Straße, immerzu geht es weiter in nördliche Richtung...



...ausgedehnte Serpentinen ziehen sich durchs Himalaya-Gebirge wie Kaugummi nach oben. Immerzu der gleiche Vorgang, Gas geben, scharf auf die Bremse und rum um die Ecke...und wieder von vorn...;-)



Allerdings bin ich froh, dass mein angemieteter Fahrer es nicht mit dem Tempo übertreibt. Die einseitig steile Felswand, vor allem aber der sich immer wieder auftuende Abgrund auf der der gegenüberliegenden Straßenseite jagen mir doch gehörigen Respekt ein. Geschlagene sechs Stunden werden für die knapp 300km von Delhi nach Shimla benötigt. Auf der Karte ist zu erkennen, wie weit nördlich im Land unser Ausflugsziel seinen Platz findet.



Shimla liegt im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh. Die anmutig auf einem Bergrücken des mittleren Himalayas gelegene Universitätsstadt zählt rund 170.000 Einwohner. Der Ort diente einst auch Mahatma Gandhi als Rückzugsort. Wer sich die Bilder ansieht, kann den Revolutionär sicherlich gut verstehen. ;-)



Das imponierendste Merkmal, der sich auf einer Höhe von 2103m befindenden Ansiedelung, ist die einzigartige Hanglage.



Beim Herumwandern auf den schmalen Straßen zwischen den Häusern, beschleicht einem des Öfteren das Gefühl nach vorne überzukippen. Selbst im Stadtkern wechseln extreme Gefälle und immense Steigungen in kurzen Abständen.



Die Stadt gilt als beliebtes Ausflugsziel für einheimische und ausländische Besucher. Besonders in den Sommermonaten ist sie ein Anlaufpunkt hitzegeplagter Touristen und auch zum Shoppen kommen Inder aus den Ebenen hierher in die kühle Bergluft.



Den Tourismus verdankt Shimla seinen Wohlstand. Die Stadt ist besser organisiert und auch wesentlich sauberer als wie von andernorts in Indien gewohnt.



Auf dem Grat des Berges verläuft die berühmte Fußgängerzone von Shimla „The Mall". Auf mehreren Kilometern reihen sich Restaurants und Geschäfte aneinander.



Hier tobt vor allem in den frühen Abendstunden das Leben. Es herrscht eine ausgelassene Urlaubsstimmung, wie man sie nur an sehr wenigen Orten des Subkontinents genießen kann. Bis zum Ersten Weltkrieg war „The Mall" für Inder verbotenes Terrain. Hier befanden sich Banken und Geschäfte der britischen Kolonialgesellschaft. So ist bis heute die Architektur Shimlas von Gebäuden im britischen Kolonialstil des 19. Jahrhunderts geprägt.



Als gutes Beispiel hierfür dient die Christ Church. Die protestantische Kirche wurde von 1846 bis 1857 erbaut.



Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, Bekanntschaft mit dem in der Region beheimateten Yak zu machen. ;-)



Während meines Aufenthaltes verzeichnete mein Körper einen gewissen Substanzverlust. Das ständige Auf- und Ablaufen, in Verbindung mit der vor Ort herrschenden Höhenluft sind enorm anstrengend und es zieht einem regelrecht den Sauerstoff aus dem Körper. Ich besuchte Shimla im Mai 2013 und es war trotz der Anstrengungen und beschwerlichen Anreise ein großartiger Wochenendausflug. Bei gutem Wetter entschädigt einem das Panorama im Himalaya so ziemlich für alle Unannehmlichkeiten. ;-)

3.3.17 03:09


Hare Krishna - Göttliches Vrindavan

Auch nach langer Überlegung bleibe ich dabei, es ist der ominöseste Ort den ich jemals besucht habe. Ich hoffe es gelingt mir einigermaßen zu beschreiben, was dort vor sich geht. Als ich von einem indischen Bekannten eingeladen wurde, übers Wochenende an einem Familienausflug teilzunehmen, habe ich mir nichts weiter dabei gedacht. Natürlich stimmte ich zu und es war im Nachhinein eine goldrichtige Entscheidung. Das wurde mir allerdings erst nach unserer Rückkehr klar. Den Ausflug selber empfand ich schon als besonderes Erlebnis, aber zeitweise auch als eine Art von Qual. Ein Abenteuer ist oft nicht angenehm wenn man es erlebt, häufig erkennt man erst hinterher, welche großartige Erfahrung es doch gewesen ist. Ein angemietetes Auto mit Fahrer stand bereit. Der Wagen hatte sieben Sitze. Jedoch standen neun Familienmitglieder daneben, dazu der Fahrer und ich. Entgegen meiner etwas naiven Erwartung, kam kein zweites Auto mehr um die Ecke gebogen. Zu elft pressten wir uns also in den Van und ab ging die vierstündige Fahrt nach - Vrindavan.



Ausgestiegen, in der ehrwürdigen Stadt, stehe ich bereits in einem Kuhfladen. :-( Kühe sind bekanntlich in ganz Indien heilig, allerdings genießen die Vierbeiner hier die absolute Narrenfreiheit...:-)



Angekommen in unserer, nennen wir es trotz allem Unterkunft, wurden wir auf zwei Zimmer verteilt. Neun Familienmitglieder ins erste Zimmer und eine weitere Stube war nur für mich reserviert Die Übernachtung kostete pro Zimmer, inklusive Frühstück, exakt 90 Rupien. Dies entspricht etwa 1,50 Euro. Bis heute lobe ich mich selbst einen Schlafsack mitgebracht zu haben...:-)



Um 4:30 Uhr wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Die komplette Familie war angetreten und bereit für den ersten Tempelbesuch. Das Frühstück des Hotels ist gleichzeitig die Essensausgabe an die Ärmsten der Armen. Für sie ist die breiartige Mahlzeit unentgeltlich.



Krishna ist der Lieblingsgott vieler Hindus. Angeblich ist die Gottheit in der Nähe geboren und hat seine Jugend in Vrindavan verbracht. Alles in der Stadt steht im Zeichen von Krishna.



Dadurch zieht Vrindavan jedes Jahr hunderttausende indische Pilger an. Lediglich 65.000 Menschen leben permanent in der Stadt. Tatsächlich befinden sich täglich um ein vielfaches mehr Gläubige dort. Viele von ihnen verbringen Wochen oder gar Monate in der Pilgerstadt, um sich selbst zu finden. Während Krishna für die Hindus zwar ein beliebter, gleichwohl aber nur ein Gott von vielen ist, unterscheiden sich die Beweggründe für zahlreiche Krishna-Anhänger aus dem Westen doch geringfügig. Diese Jünger kommen, da die Hare Krishna Sekte oder genauer gesagt die International Society for Krishna Consciousness (ISKCON), hier einen ihrer größten Tempel weltweit unterhält.



John Lennon und George Harrison verehrten Krishna bis zu ihrem Tod. Auch der berühmte Steve Jobs, verbrachte in jungen Jahren eine längere Zeit in Vrindavan. Jeder kann sich zu Sekten beziehungsweise den Brauchtümern in Indien seine eigene Meinung bilden, mich hat es tief beeindruckt mit welcher ausgelassenen Freude die Gläubigen den Zeremonien folgen. Sie singen und feiern zusammen. Überall ist man von wundersamen Klängen umgeben.



Man spürt tatsächlich auch als unbedarfter Gast, die immense Kraft des Glaubens, in allen Teilen der Stadt. Erst durch die Erkenntnisse in Indien habe ich richtig verstanden, welche Macht eine Religion über Menschen haben kann.



Jeder ist willkommen und herzlich eingeladen mitzufeiern, egal wo er herkommt oder woran er tatsächlich glaubt. Niemand fordert einen auf irgendwas zu kaufen oder zu spenden.



Insgesamt besuchte ich drei der vielen großen Tempel. Hier im Hintergrund zu sehen, ein Regal zum Aufbewahren der Schuhe. Es grenzt an ein Wunder, dass jeder wieder sein eigenes Schuhwerk nach einem Tempelbesuch erhält. :-)



Inder sind überzeugt, dass Witwen Unglück bringen. Viele dieser Frauen wurden von ihren Familien verstoßen und enden in Vrindavan, wo sie Krishna preisen und Erlösung suchen. Für sie sind Tempeleingänge willkommene Plätze, um ein paar Almosen zu erhaschen. Der Lebensstandard in Vrindavan ist nahezu durchweg bettelarm.



An Marktständen bekommt man alles, was Krishna geopfert werden kann. Blumen, Kleider, Devotionalien und Süßigkeiten. Letzteres habe ich zwar gekauft, aber nicht geopfert. :-))) Überbringung der Opfergaben an Krishna…



Irgendwie erscheint es unsereins völlig absurd, was sich in Vrindavan an einem ganz normalen Tag abspielt. Selbst sehr erfahrene Reisende, trauen beim Betrachten des Treibens ihren Augen kaum. Durch die Marktgassen drängen sich Pilger, Straßenhändler, sonderbare Gestalten in farbigen Gewändern, überall ertönt Musik und eine Blaskapelle marschiert durch die Gassen...



...dazu Unmengen an Kühe, Affen und weiteren Tierarten.



Das Leben hier kann man selbst wenn man es mit eigenen Augen sieht nicht wirklich begreifen. Zusammengefasst kann ich sagen, mein erster Trip in 2011 hat mich etwas überfordert, ich würde es aber gerne nochmals versuchen. :-)



Vrindavan liegt im Bundesstaat Uttar Pradesh zwischen Delhi und Agra. Allerdings etwas abseits, der von mir kürzlich im Eintrag „Das Goldene Dreieck" beschriebenen Hauptroute. Wer zwei Tage mehr zur Verfügung hat, sollte diesen hochinteressanten Abstecher unbedingt machen. :-)))

8.3.17 04:05


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