Mirco's Reiseblog


Momentan in China

  Startseite
    Zhejiang, China
    Fujian, China
    Hunan, China
    Guangdong, China
    Jiangsu, China
    Henan, China
    Yunnan, China
    Hubei, China
    Shaanxi, China
    Shanghai
    Beijing
    Hong Kong
    Nordkorea
    Mongolei
    Kambodscha
    Philippinen
    Japan
    Iran
    Indien
    Deutschland
    Kurioses
    Kritische Themen
    Ningbo A bis Z
    Bilder um die Erde
  Über...
  Archiv
  Reiseblog Info`s
  Reiseplan
  Reisestil
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Wie reich bin ich?
   Skyscanner
   Unterkunftssuche
   Weltuhr-Zeitzonen
   Währungsrechner
   Ningbo - Wikipedia







http://myblog.de/mirco-reisen

Gratis bloggen bei
myblog.de





Reise nach Nordkorea (03.10.16 - 08.10.16), Teil 1

Ich habe mir überlegt, diese komplexe Reise auf zwei Einträge zu verteilen. Obwohl sie nur sechs Tage gedauert hat, gibt es viel zu berichten. Beide Beiträge werden eine Mischung aus verschiedenen Themen zu diesem interessanten Land beinhalten.



Was! Du fliegst nach Nordkorea? Wie kannst Du nur so ein unmenschliches Regime unterstützen? Fragen dieser Art stellten mir im Vorfeld mehrere Leute. Andere wiederum meinten, echt sehr interessant, würde ich mir auch gern anschauen. Solange niemand hinfliegt und wir den Menschen nicht zeigen, dass es noch eine andere Welt gibt, wird sich dort niemals etwas ändern. Jeder Besucher erhöht die Chance, dass der eiserne Vorhang dort irgendwann aufgebrochen werden kann. Dies war mein Hauptantrieb das Land zu bereisen. Zugegeben etwas Neugier war auch mit dabei. ;-) Hier ein spontan auf der Straße aufgenommenes Bild. Normal ist so etwas strikt verboten.



Am 3.Oktober 2016, einem sonnigen Montagnachmittag, habe ich erstmals nordkoreanischen Boden betreten. Ein komisches Gefühl war es anfangs schon, sich in diesem nahezu völlig isolierten Land zu befinden. Von Ningbo über Beijing landete ich nach viereinhalb Flugstunden in Pjöngjang. Mein Flug von Peking, in die nordkoreanische Hauptstadt, brachte bereits das erste Abenteuer mit sich. Erstmalig flog ich mit einem russischen Flugzeugtyp der Marke Tupolev. Sie gehört der nordkoreanischen Fluggesellschaft Air Koryo an. Den kompletten Flug lang wurde auf den Bildschirmen politische Militärpropaganda gezeigt. Aber alles gut gegangen und der Service war besser als bei so mancher renommierten Airline. :-)



Landesweit ist man komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Kein Netz fürs Handy, absolut nirgendwo Internet und im Fernseher läuft ausschließlich politische Propaganda. Auslandstelefonate sind für 2€ im Festnetz möglich, allerdings nur in desolater Qualität. Nordkorea kann generell, dies gilt ausnahmslos für alle ausländischen Gäste, nur mit zwei lokalen Reiseführern bereist werden. Es handelt sich dabei allermeist um eine Frau und einen Mann. Beide begleiten einen rund um die Uhr. Außer natürlich ins Hotelzimmer. ;-) Um es vernünftig finanzieren zu können, greifen nahezu alle Reisenden auf Gruppenreisen zurück. Ich hatte Glück und erwischte eine kleine Gruppe, bestehend aus vier gut gelaunten deutschen Männern, in meinem Alter. Mindestens einer der beiden Reisebegleiter spricht die Muttersprache der Reisegäste, was die Sache oft angenehm einfach macht. Es hatte allerdings den erheblichen Nachteil, er versteht auch was man untereinander in der Gruppe spricht. Es gibt nur zwei Hotels in Pjöngjang, in denen überhaupt Ausländer einquartiert werden dürfen. Ich nächtigte im Yanggakdo International Hotel. Dieses steht auf einer kleinen Halbinsel, am Taedong-Fluss. Auf jener Halbinsel dürfen sich ausländische Gäste frei bewegen, aber auch keinen einzigen Schritt weiter. Der Standard entspricht etwa einem drei Sterne-Hotel. In Nordkorea ist es das absolute Nonplusultra! ;-) Die Bilder zeigen das Hotel und einen Blick aus meinem Zimmer...





Pjöngjang ist die mit drei Millionen Einwohnern, die größte Stadt in Nordkorea. Weibliche Verkehrspolizisten an jeder Kreuzung prägen das Stadtbild. Sie haben einen relativ ruhigen Job, es gibt hier nämlich nur wenige motorisierte Fahrzeuge. Warum dies so ist, erkläre ich detailliert zu einem späteren Zeitpunkt. ;-)



Hier typische Bilder. Aufgrund der limitierten Menge an Fahrzeugen, ist Transport eine tägliche Herausforderung in Nordkorea.





Busse und Straßenbahn sind daher meist hoffnungslos überfüllt. Die Straßenbahn wurde aus dem heutigen Tschechien importiert. Dort wurde sie im Zuge der Wende ausrangiert, für Nordkorea ist sie nach wie vor ein Hauptgewinn.



Pjöngjang hat auch eine U-Bahn. Sie ist mit über einhundert Metern, die mit Abstand tiefste U-Bahn der Welt. Im Kriegsfall würde sie der Bevölkerung auch als Schutzbunker dienen. Aufgrund der enormen Tiefe, hat es in den Stationen ganzjährig immer angenehme 20°. Die Züge wurden zu Anfang der neunziger Jahre aus der ehemaligen DDR nach Nordkorea gebracht. Wir durften unter strengster Beobachtung der Reisebegleiter eine Station fahren.





Ein Highlight war der Besuch der koreanischen Grenze. Dazu hoppelten wir über drei Stunden auf einer katastrophalen Straße in die Stadt Kaesŏng.



Kaesŏng liegt im Bezirk Panmunjom, nahe dem Grenzgebiet. Die schwer bewachte Grenze selbst, befindet sich in der demilitarisierten Zone (DMZ). Die DMZ umfasst jeweils zwei Kilometer nach Süd- wie auch nach Nordkorea. Ein vier Kilometer breiter Streifen, quer durch die koreanische Halbinsel gezogen, gesamt 248km lang.



In dieser Zone befindet sich der militärisch kritischste Punkt unseres Planeten. Personen werden bei Eintritt ohne Vorwarnung erschossen. Im hinteren Teil des Bildes erkennt man zwei sich gegenüberstehende nordkoreanische Soldaten. Seitlich hinter ihnen, zu ihren Füßen, verläuft ein 30cm hoher und 30cm breiter Betonträger. Dieser stellt die sogenannte Demarkationslinie (exakte Grenze), zwischen Süd- und Nordkorea dar. Die Grenze teilt bedauerlicherweise nicht nur Korea und seine Bevölkerung in zwei Hälften. Sie trennt auch Kommunismus von Kapitalismus.



Ebenso verläuft die Grenze mittig durch die blauen Baracken. In diesen Häusern steht ein Tisch, mit acht Stühlen. Jeweils vier in Südkorea und vier in Nordkorea. Wir durften einmal um den Tisch gehen, ich war somit für ein paar Sekunden in Südkorea. :-) Bei meinem Besuch war es strengstens verboten davon Bilder zu machen. Als Grund wurde uns die momentan sehr angespannte Situation genannt. Wir hatten großes Glück überhaupt diesen Ausflug machen zu dürfen. Für andere Gruppen wurde dieser Programmpunkt ersatzlos gestrichen. Ich fand es sehr beeindruckend, man kann die extreme Anspannung regelrecht spüren.



Auf der Rückfahrt nach Pjöngjang legten wir einen Zwischenstopp in der Stadt Sariwon ein. Hier befindet sich die in Nordkorea berühmte Folklorenstraße...



...ebenso wie eine charmanten Aussichtsplattform, zu der es einen halbstündigen Aufstieg bedurfte.





Im zweiten Eintrag versuche ich die politische Situation in Nordkorea zu beschreiben. Anders ist es unmöglich zu verstehen, wie es zu solch einer Staatsform kommen kann. Dazu gibt es weitere Eindrücke von Land und Leute...
9.10.16 06:55
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dena (9.10.16 06:59)
Nice Journey! Good experience!


Linda (9.10.16 08:54)
Nice pictures and interesting country!


padernosder (9.10.16 09:12)
Hallo Mirco,

"neugierig" zu sein sehe ich grundsätzlich positiv. Und ein bisschen Mut gehört auch dazu, denke ich, in Nordkorea einzureisen. Umso schöner, daß Du uns ein wenig davon erzählen kannst.
Früher hatte ich immer Bedenken, durch die DDR zu fahren. Solche "Polizei-Staaten", in denen man ständig beobachtet wird, behagen mir nicht.
Aber ich habe großen Respekt vor Menschen, die mutig sind und sich auch das anschauen, was in unseren Augen "von Übel" ist. Die eigene Wahrnehmung sagt einem viel mehr als irgendwelche Berichte.
Ich hoffe, von Dir noch einiges zu erfahren, aus diesem Teil der Welt, der so einzigartig ist.


Dorehn (10.10.16 00:49)
...dein Bericht hat mich zeitversetzt in die 80iger des grauen DDR-Sozialismus - die hermetisch abgeriegelte Grenze, die Propaganda, die desolaten Straßen, die grauen Bauten - soo lang ist das alles noch gar nicht her - die Erinnerung lässt mich erschauern... man kann nur hoffen, dass auch dieser Teil Koreas "irgendbald" von diesem Joch befreit sein wird - ich bin gespannt auf deine polit. Beschreibung!
LG, Dorehn

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung