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Indien

Ein Spaziergang durch Mumbai

Bis 1996 hieß Mumbai offiziell Bombay. Bis heute verwenden die etwa 20 Millionen Einwohner wahlweise beide Namen. Die Metropole liegt im Bundesstaat Maharashtra, im Westen von Indien. In der Karte ist die Lage der Küstenstadt gut auszumachen.



Das Stadtgebiet liegt auf der Insel Salsette. Das Zentrum befindet sich auf einen Landstreifen, welcher in das Arabische Meer hineinragt. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Indischen Ozean.



Die Weltstadt hat viel zu bieten und gefällt mir persönlich deutlich besser als z.B. das im sehr heißen Norden gelegene Delhi.



Zwar tummeln sich auch hier Menschenmassen und es herrschen ebenfalls hohe Temperaturen, aber dennoch ist es aufgrund der frischen Meereisprise gut auszuhalten. Mit etwas Geduld findet man wunderschöne Orte in Mumbai...:-)



Im Stadtteil Colaba befindet sich das „Gateway of India“, das bekannte Wahrzeichen von Mumbai. Es wurde nach dreizehnjähriger Bauzeit 1924 fertiggestellt.



Ursprünglich war das Bauwerk als Landungspunkt für Dampfschiffe gedacht. Jedoch erlangte es 1948 zusätzliche Berühmtheit, denn von hieraus verabschiedeten sich die Briten für immer aus Indien.



Heutzutage lädt die belebte Gegend rund um den Triumphbogen zum Entspannen ein. Ein guter Platz, um den wilden Trubel aus der Ferne zu beobachten.



Direkt in Sichtweite befindet sich das ruhmreiche „Taj Mahal Palace Hotel“. Das Gebäude ist wahrlich eine Augenweite, auch wenn sich nur die allerwenigsten ein Zimmer leisten können. ;-)



„Dhobi Ghat" ist die größte Wäscherei der Welt, sie liegt im Stadtteil Mahalakshmi. In hunderten nebeneinanderliegenden Betonbecken, waschen über 10.000 Arbeiter täglich Wäsche aus Restaurants, Hotels, Krankenhäusern und auch von Privathaushalten.



Anschließend glätten Frauen die Wäschestücke mit Bügeleisen, welche mit heißer Kohle betrieben werden. Jeder der Mumbai besucht, sollte hierherkommen, es ist ein grandioser wie auch trostloser Anblick. Die Arbeiter hier kommen allesamt aus der untersten Bevölkerungsgruppe und verdienen weniger als zwei Euro pro Tag.



Während meines Aufenthalts in 2013 besuchte ich auch das „Mani Bhavan", umgangssprachlich auch Mahatma Gandhi Museum genannt.



Vom „Mani Bhavan" aus erzog Mahatma Gandhi seine Nation nach den Idealen von Gewaltlosigkeit und Wahrheit. Dieses Haus war sein Hauptquartier, im Herzen des damaligen Bombay, von 1917 bis 1934. Für mich war es ein interessanter Besuch, an einem derart geschichtsträchtigen Ort.



In Mumbai gibt es sicherlich noch wesentlich mehr zu entdecken. Selbstredend kann durch diesen kurzen Beitrag, lediglich ein erster Eindruck, der größten Stadt des Subkontinents vermittelt werden. ;-)
23.3.17 03:06


Hare Krishna - Göttliches Vrindavan

Auch nach langer Überlegung bleibe ich dabei, es ist der ominöseste Ort den ich jemals besucht habe. Ich hoffe es gelingt mir einigermaßen zu beschreiben, was dort vor sich geht. Als ich von einem indischen Bekannten eingeladen wurde, übers Wochenende an einem Familienausflug teilzunehmen, habe ich mir nichts weiter dabei gedacht. Natürlich stimmte ich zu und es war im Nachhinein eine goldrichtige Entscheidung. Das wurde mir allerdings erst nach unserer Rückkehr klar. Den Ausflug selber empfand ich schon als besonderes Erlebnis, aber zeitweise auch als eine Art von Qual. Ein Abenteuer ist oft nicht angenehm wenn man es erlebt, häufig erkennt man erst hinterher, welche großartige Erfahrung es doch gewesen ist. Ein angemietetes Auto mit Fahrer stand bereit. Der Wagen hatte sieben Sitze. Jedoch standen neun Familienmitglieder daneben, dazu der Fahrer und ich. Entgegen meiner etwas naiven Erwartung, kam kein zweites Auto mehr um die Ecke gebogen. Zu elft pressten wir uns also in den Van und ab ging die vierstündige Fahrt nach - Vrindavan.



Ausgestiegen, in der ehrwürdigen Stadt, stehe ich bereits in einem Kuhfladen. :-( Kühe sind bekanntlich in ganz Indien heilig, allerdings genießen die Vierbeiner hier die absolute Narrenfreiheit...:-)



Angekommen in unserer, nennen wir es trotz allem Unterkunft, wurden wir auf zwei Zimmer verteilt. Neun Familienmitglieder ins erste Zimmer und eine weitere Stube war nur für mich reserviert Die Übernachtung kostete pro Zimmer, inklusive Frühstück, exakt 90 Rupien. Dies entspricht etwa 1,50 Euro. Bis heute lobe ich mich selbst einen Schlafsack mitgebracht zu haben...:-)



Um 4:30 Uhr wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Die komplette Familie war angetreten und bereit für den ersten Tempelbesuch. Das Frühstück des Hotels ist gleichzeitig die Essensausgabe an die Ärmsten der Armen. Für sie ist die breiartige Mahlzeit unentgeltlich.



Krishna ist der Lieblingsgott vieler Hindus. Angeblich ist die Gottheit in der Nähe geboren und hat seine Jugend in Vrindavan verbracht. Alles in der Stadt steht im Zeichen von Krishna.



Dadurch zieht Vrindavan jedes Jahr hunderttausende indische Pilger an. Lediglich 65.000 Menschen leben permanent in der Stadt. Tatsächlich befinden sich täglich um ein vielfaches mehr Gläubige dort. Viele von ihnen verbringen Wochen oder gar Monate in der Pilgerstadt, um sich selbst zu finden. Während Krishna für die Hindus zwar ein beliebter, gleichwohl aber nur ein Gott von vielen ist, unterscheiden sich die Beweggründe für zahlreiche Krishna-Anhänger aus dem Westen doch geringfügig. Diese Jünger kommen, da die Hare Krishna Sekte oder genauer gesagt die International Society for Krishna Consciousness (ISKCON), hier einen ihrer größten Tempel weltweit unterhält.



John Lennon und George Harrison verehrten Krishna bis zu ihrem Tod. Auch der berühmte Steve Jobs, verbrachte in jungen Jahren eine längere Zeit in Vrindavan. Jeder kann sich zu Sekten beziehungsweise den Brauchtümern in Indien seine eigene Meinung bilden, mich hat es tief beeindruckt mit welcher ausgelassenen Freude die Gläubigen den Zeremonien folgen. Sie singen und feiern zusammen. Überall ist man von wundersamen Klängen umgeben.



Man spürt tatsächlich auch als unbedarfter Gast, die immense Kraft des Glaubens, in allen Teilen der Stadt. Erst durch die Erkenntnisse in Indien habe ich richtig verstanden, welche Macht eine Religion über Menschen haben kann.



Jeder ist willkommen und herzlich eingeladen mitzufeiern, egal wo er herkommt oder woran er tatsächlich glaubt. Niemand fordert einen auf irgendwas zu kaufen oder zu spenden.



Insgesamt besuchte ich drei der vielen großen Tempel. Hier im Hintergrund zu sehen, ein Regal zum Aufbewahren der Schuhe. Es grenzt an ein Wunder, dass jeder wieder sein eigenes Schuhwerk nach einem Tempelbesuch erhält. :-)



Inder sind überzeugt, dass Witwen Unglück bringen. Viele dieser Frauen wurden von ihren Familien verstoßen und enden in Vrindavan, wo sie Krishna preisen und Erlösung suchen. Für sie sind Tempeleingänge willkommene Plätze, um ein paar Almosen zu erhaschen. Der Lebensstandard in Vrindavan ist nahezu durchweg bettelarm.



An Marktständen bekommt man alles, was Krishna geopfert werden kann. Blumen, Kleider, Devotionalien und Süßigkeiten. Letzteres habe ich zwar gekauft, aber nicht geopfert. :-))) Überbringung der Opfergaben an Krishna…



Irgendwie erscheint es unsereins völlig absurd, was sich in Vrindavan an einem ganz normalen Tag abspielt. Selbst sehr erfahrene Reisende, trauen beim Betrachten des Treibens ihren Augen kaum. Durch die Marktgassen drängen sich Pilger, Straßenhändler, sonderbare Gestalten in farbigen Gewändern, überall ertönt Musik und eine Blaskapelle marschiert durch die Gassen...



...dazu Unmengen an Kühe, Affen und weiteren Tierarten.



Das Leben hier kann man selbst wenn man es mit eigenen Augen sieht nicht wirklich begreifen. Zusammengefasst kann ich sagen, mein erster Trip in 2011 hat mich etwas überfordert, ich würde es aber gerne nochmals versuchen. :-)



Vrindavan liegt im Bundesstaat Uttar Pradesh zwischen Delhi und Agra. Allerdings etwas abseits, der von mir kürzlich im Eintrag „Das Goldene Dreieck" beschriebenen Hauptroute. Wer zwei Tage mehr zur Verfügung hat, sollte diesen hochinteressanten Abstecher unbedingt machen. :-)))

8.3.17 04:05


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