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Fujian-CN

Neujahrstrip nach Sanming (31.01.2016 - 02.01.2017)

Entspannt zurück aus Deutschland machte ich mich am Silvestermorgen auf den Weg in die Provinz Fujian, genauer gesagt nach Sanming. Von Ningbo ist die Stadt direkt per Zug erreichbar. Die Fahrzeit für die Strecke von 700km beträgt 5 Stunden. In der Karte ist Ningbo rot und Sanming grün markiert.



Das Zentrum, der Metropole mit drei Millionen Einwohnern, wird vom charmanten „Sha Fluss“ durchquert.



Sanming liegt etwas im Hinterland und ist daher (noch) nicht so entwickelt wie andere Städte an der Ostküste Chinas. Folglich ist hier vieles etwas günstiger. Zudem kann man noch herkömmliche chinesische Brauchtümer entdecken.



Es war bereits meine zweite Reise in die Fujian Provinz. Allerdings gastierte ich erstmals in Sanming. Eine Bekannte hat dort kürzlich ein Baby zur Welt gebracht. Hier im Bild, der gesunde Junge. Ein waschechter Chinese! :-)))



Er war der Hauptgrund warum ich Sanming besuchte. Selbstredend nutzte ich gerne die Gelegenheit, um die Stadt näher kennenzulernen. Am Neujahrsmorgen besuchte ich den Stadtteil „Sha Xian". Dieser grenzt an das „Tao Jin Shan" Gebirge. Mit einer in den Berg gebauten buddhistischen Tempelanlage, war das erste Tagesziel erreicht.



Nach kurzer Rast, ging es vorbei am ruhenden Buddha...



...bis hin zum Gipfel, wo sich eine stilvolle Pagode erhebt.



In jeder der prunkvoll ausgestatteten Etagen thront, neben ganz vielen kleinen Figuren, ein großer Buddha aus Gold.



Von den Balkonen des Bauwerks bietet sich eine erstklassige Aussicht über die von Bergen umschlossene Stadt.



Bereits vorher war mir häufig das gute Essen in dieser Region zu Ohren gekommen und ich wurde nicht enttäuscht. Im Stadtzentrum findet ein facettenreicher Nachtmarkt seinen Platz.



Täglich, ab 22Uhr bis in die frühen Morgenstunden, werden lokale Delikatessen unterschiedlichster Art angeboten. Natürlich findet man hier, an deutschen Maßstäben gemessen, auch ungewöhnliche Speisen wie Skorpione, Schweinehirn bis hin zu Vogelspinnen. Gaumenfreuden wie Meeresfrüchte, gegrillte Spareribs oder verschiedene Fleischspieße entsprechen dann schon mehr unserer Geschmacksrichtung. Es ist aufgrund der vielen Auswahlmöglichkeiten für jeden was dabei... ;-)



„Streetfood" in einer derartigen Vielfalt und von solch hoher Qualität, ist selbst für China außergewöhnlich.



27° und herrlicher Sonnenschein machten den Ausflug zu einem wunderbaren Erlebnis. :-) Nach einer interessanten Zeit in Sanming, machte ich auf den Rückweg nach Ningbo. Wie man sieht, hat sich der Standard des Bahnfahrens inzwischen auf westliches Niveau verbessert. Wie in Deutschland, bis auf ein paar diverse Schriftzeichen. :-)

3.1.17 08:19


Auf den Spuren der Hakka Chinesen und Kurztrip nach Xiamen (29.04.16 - 02.05.16)

In China haben wir zwar nur halb so viele Feiertage wie in Deutschland, allerdings mit einer Sonderregel. Sobald ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag fällt, wird automatisch am darauf folgenden Montag in ganz China nicht gearbeitet. So auch letztes Wochenende, denn der 1. Mai ist auch in China "Tag der Arbeit" und somit ein Feiertag. Das verlängerte Wochenende habe ich genutzt um einen kulturellen Höhepunkt Chinas zu besuchen, die Siedlungen der Hakka Chinesen.



Diese Sehenswürdigkeit befindet ca. 1000km südwestlich von Ningbo in der Provinz Fujian und dort in einem kleinen Bergdorf namens Yongding. In der Karte kann man die geografische Position ganz gut nachvollziehen.



Die Anreise ist langwierig und auch etwas beschwerlich, dies ist der Grund warum dieses Highlight nicht von Touristengruppen angefahren wird und somit nicht allzu überlaufen ist. Ich hatte mich für eine Anreise per Zug entschieden. Longyan erreichte ich nach siebenstündiger Zugfahrt am späten Freitagabend. Dort gibt es nicht viel zu sehen, so hab ich nur kurz was gegessen und mir eine Unterkunft gesucht. Am Samstagmorgen für drei Stunden in den Bus nach Yongding, der etwas überfüllt war. :-) Wie eigentlich alle Busse in China.



Dann hatte ich gegen Mittag endlich mein erstes Ziel dieser Reise erreicht. Die Tulou der Hakka Chinesen.





Die Tulou sind große, meist kreisrunde Häuser, die mit bis zu mehreren Meter dicke Außenmauern aus Lehm gebaut sind. Vereinzelt gibt es sie auch in rechteckiger Form. Sie haben meist drei bis fünf Stockwerke und beherbergen bis zu 600 Menschen. Entgegen dem schlichten äußeren Aussehen sind sie im Inneren meist wunderschön dekoriert.



Aus Angst vor Erdbeben, Taifunen und Angriffen von Feinden haben die Hakka diese Bauweise entwickelt und über die Jahre stetig verbessert. Als Verteidigungsbauwerke besitzen sie fast keine Fenster und nur einen einzigen Eingang. Die Räume sind um einen großen Innenhof herum gebaut, die Dächer sind mit Ziegeln gedeckt. Einige Tulou weichen vom Standard ab und sind anstatt eines großen Innenhofs mit weiteren kleinen Häusern ausgebaut. Diese Bauvariante bietet aus den oberen Stockwerken einen wirklich traumhaften Anblick.





Tulou wurden zwischen dem 12. und 20. Jahrhundert gebaut. Die aufwändigsten und schönsten Gebäude stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die 46 Tulou von Yongding in Fujian wurden von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Das Tulou im Hintergrund ist über 500 Jahre alt.



Am Sonntag konnte ich zum Mittagessen noch die hausgemachten in ganz China berühmten Fujian-Nudeln genießen. Zubereitet von der Chefin meiner Unterkunft auf traditionelle Weise. Wirklich lecker. :-)





Im Anschluss machte ich mich auf den Weg von Yongding in die Küstenstadt Xiamen. Natürlich wieder mit dem Bus, nach zweimaligen Umsteigen und drei langen Stunden erreichte ich mein nächstes Etappenziel. Auch in Xiamen war ich erstmals zu Gast. Die Stadt hat überschaubare 2,5 Millionen Einwohner und besticht vor allem durch ihre Lage direkt am Meer. Überrascht war ich über den für China-Verhältnisse schönen Sandstrand. So konnte ich den Sonntag noch mit Barbecue und einem Bierchen am Strand ausklingen lassen.





Von hier aus kann man Taiwan am Horizont sehr gut sehen. Wie dicht der ungeliebte Nachbar auf der Pelle sitzt, wird einem hier erst richtig bewusst. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, während sich Taiwan als souveräner Staat sieht.



Xiamen ist bekannt als eine der schönsten Städte Chinas und dies kann ich nach meinem ersten Eindruck absolut bestätigen. Um die Stadt genauer kennenzulernen benötigt man mindestens drei Tage. Leider hatte ich diesmal nur einen Tag zur Verfügung, so spezialisierte ich mich auf das Gebiet rund um die Strandpromenade. Auffallend sind die für China außergewöhnlich vielen Palmen und Grünflächen, dies sorgt für eine sehr angenehme Atmosphäre in Xiamen.







So verbrachte ich einen erholsamen Tag bevor ich mich per Zug um 17:30Uhr auf den 5-stündigen Rückweg nach Ningbo machte, wo ich dann auch pünktlich um 22:30Uhr eingetroffen bin. Es war ein sehr interessantes Wochenende und hat sich trotz des etwas strapaziösen Reiseablaufs und zurückgelegten 2000km auf jeden Fall gelohnt. Um Xiamen genau zu erkunden, werde ich wohl irgendwann noch mal los müssen... :-)
3.5.16 08:15





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