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Ningbo A bis Z

Ningbo – Eine Stadt orientiert sich neu …

Ningbo wird immer lukrativer in allen Belangen. Allerdings zahlen die Einwohner dafür momentan einen hohen Preis. Überall Baustellen egal wo man sich bewegt. Viele neue Bauvorhaben, bedeuten in China massenweise Umsiedlungen von Menschen. Wenn das Eigenheim einer Familie dummerweise gerade da steht wo eine neue U-Bahnstation entstehen soll, dann wird nicht wie in Deutschland verhandelt oder gar geklagt. Hier wird der Familie ein Auszugstermin genannt und gleichzeitig eine Wohnung zugewiesen, zumeist in einen von unzähligen Betonklötzen, welche extra für solche Fälle errichtet werden.



Die Wohnung liegt zwar auf gleicher finanzieller Ebene, jedoch wird der individuelle Wert nicht angerechnet. Ein System wie in Deutschland wäre bei dieser Menschenmasse definitiv undenkbar. Man stelle sich mal vor, jeder Chinesen könnte seine Rechte einklagen. Das Land hätte keine Chance jemals voran zu kommen. Es ist zwar manchmal hart für die Einzelnen, jedoch fürs Allgemeinwohl unabdingbar. Es gibt aber auch viele Leute, welche sehr glücklich mit ihrem zugeteilten neuen Zuhause sind. Der mit den Baustellen einhergehende, oft ohrenbetäubende Lärm ist für alle Anwohner störend, natürlich auch für mich. Wörter wie "Nachtruhe" oder "Ruhestörung" gibt es im chinesischen Wortschatz nicht. Somit wird auf den Baustellen Tag und Nacht immerzu durchgearbeitet, was natürlich vielen Anliegern den Schlaf beziehungsweise die Nerven raubt.



Mancherorts können bereits erste Ergebnisse bewundert werden. Die neu erbauten oder auch restaurierten Gebäude und Brücken sind durchaus beeindruckend. Dazu die neu geschaffene U-Bahn, welche momentan weiter ausgebaut wird. Die Bauwerke sind sowohl optisch ein Highlight, als auch für die Infrastruktur der Stadt eine deutliche Verbesserung.





Vor allem nachts wenn die Lichter angehen sieht man keine Baustellen mehr, dann zeigt sich meine Wahlheimat von ihrer allerschönsten Seite.





Aufeinander abgestimmten Beleuchtungen, beeindrucken jeden Abend aufs Neue…



…die Fassaden der Hochhäuser präsentieren unterschiedlichste Motive im Minutentakt.



Am Geld scheint es demnach nicht zu mangeln. Ningbo, gilt als eine der reichsten Städte in China. Laut Medienberichten sollen die Großbaustellen in drei Jahren abgeschlossen sein. Projekte dieser Größenordnung, ganze Städte innerhalb von ein paar Jahren nahezu komplett neu auszurichten, gehen über die Vorstellungskraft des „normalen“ Denkens hinaus. Aber es muss hierzu auch erwähnt werden, dass die Nachhaltigkeit der Bauweise in China ebenfalls nicht mit der westlichen Welt vergleichbar ist. So braucht es, aufgrund der dürftigen Qualität, vermutlich alle 25 Jahre eine komplette Rundumerneuerung. Diese Tatsache hält wiederum die Wirtschaft am Laufen und ist damit für China absolut elementar.
29.9.16 08:31


Ningbo Book City (宁波书城)

Nur rund fünf Gehminuten von meiner Wohnung entfernt, befindet sich Ningbo Book City.



Ningbo Book City ist ein Gebäudekomplex, in welchem eine außergewöhnliche Mischung aus einer riesigen Buchhandlung, kulturellen Einrichtungen, Freizeitnutzung und Gastronomie unter ein Dach gebracht worden sind. Die „Ningbo Newspapering Group“ hat sich diese Institution, mit Unterstützung der Stadt Ningbo, über 50 Millionen Euro kosten lassen.



Das Projekt wurde 2006 weltweit ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt das deutsche Architektenbüro „Winking - Froh Architekten“ in Hamburg. Es handelte sich um die Umnutzung einer stillgelegten Industrieanlage, als neues Kultur- und Handelszentrum zum Thema Bücher. 2010 wurde das Bauwerk direkt am Ufer des Yong-Flusses fertiggestellt. Interessant ist die außergewöhnliche Gebäudeausführung. Sie zeigt, passend zum Thema, ein im 90° Winkel aufgeschlagenes Buch…



Wie vielen der Millionen Besucher in den letzten Jahren der durchdachte Gebäudeaufbau bewusst war, ist nicht bekannt. Allerdings muss ich zugeben, auch ich habe es erst nach einer gewissen Zeit erkannt. ;-)
Inzwischen kann die Einrichtung als voller Erfolg bezeichnet werden. Täglich tummeln sich unzählige Menschen auf mehreren Etagen, mit einer Gesamtfläche von über 50.000m². Der horizontale Teil des „Buchs“ ist öffentlich und für jedermann zugänglich. Im vertikalen Teil des Gebäudes sind Lager und Verwaltung angesiedelt.



Das Besondere hier ist, dass es sich nicht um einen Konsumtempel handelt, indem der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund steht. Viele Besucher schnappen sich ein Buch und nutzen die reichlich vorhandenen Sitzgelegenheiten, lesen darin und stellen es bis zu Stunden später wieder ins Regal zurück. Da es sich um eine öffentliche Einrichtung handelt, versucht niemand einen etwas aufzuschwatzen. Es herrscht eine sehr angenehme Ruhe. Auch ich nutze gerne einen regnerischen Tag, um mich zurückzuziehen, einen Kaffee zu trinken, in einem Buch zu stöbern und etwas Ruhe zu finden.



Allermeist sind die Bücher natürlich in chinesischer Sprache ausgeführt. Aber auch eine gute Auswahl an englischsprachigen Büchern ist vorhanden. Eine kleine deutsche Ecke gibt es auch. :-)



Eine komplette Etage ist ausschließlich mit Kinderbüchern ausgestattet. Hier verbringen unzählige Sprösslinge viel Zeit mit Lesen, was natürlich eine hervorragende Sache ist...





Für Eltern die eine Auszeit benötigen, wird eine Kinderbetreuung angeboten. Sie können derweil in einem der Cafés plauschen oder sich selbst in einem guten Buch vertiefen. Auswahl ist mehr als genug vorhanden...





Es ist eine wahrlich gelungene Einrichtung, bislang habe ich nirgendwo etwas Vergleichbares gesehen. Ich finde, in unserer Zeit wo nahezu nichts mehr ohne Handy und Computer geht, wird diese Art von Institutionen immer wertvoller. Ein sicherlich zur Nachahmung empfohlenes Konzept, welches sich die Stadt Ningbo hier hat einfallen lassen.
2.9.16 07:36


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