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Tokio / Akihabara – Manga, Cosplay und weitere seltsame Feinheiten (25.01.2018 - 28.01.2018)

Vier Tage durfte ich diesmal in der Hauptstadt zubringen. Es war, wie bislang alle meine Reisen nach Japan, ein durchschlagender Erfolg. Habe ich mich doch bisher mehr der traditionsreichen Vergangenheit Japans gewidmet, wollte ich diesmal etwas anderes sehen. Der beste Platz, um die moderne Kultur des Landes kennenzulernen, befindet sich in Tokio und zwar im Stadtteil Akihabara.



Dort finden sich Casinos, Cafés, Kinos und andere themenorientierte Einrichtungen. Die kunterbunten Gebäude machen einen Spaziergang durch Akihabara zu einem echten Erlebnis. ;-)



Manga, ist der japanische Begriff für Comics. Die Wurzeln des Manga reichen bis ins Mittelalter zurück. Während der Neunzigerjahre hat sich die Intensität rund um die schillernden Figuren noch einmal verstärkt und die Euphorie flachte bis heute nicht mehr ab.



Inzwischen ist es eine Lebensphilosophie geworden, vor allem beim jüngeren Teil der japanischen Bevölkerung - es kommt einem fast wie eine Religion vor.



Alles dreht sich hier um die beliebten Figuren. Manga beeinflusst das Leben seiner Anhänger in allen Lebensbereichen.



Tausende gut frequentierte Spielautomaten sind ein Markenzeichen von Akihabara. Mehrstöckige Gebäude sind mit jenen blinkenden Ungetümen prall gefüllt, die obendrein einen ohrenbetäubenden Lärm machen. Als Besucher ist es tatsächlich nur sehr schwer vorstellbar, wie Menschen dieser Sucht verfallen können.



Die kindliche Mentalität ist in Japan kurioserweise noch stärker ausgeprägt als in China. Cosplay ist ein japanischer Verkleidungstrend, bei dem man versucht eine Manga-Figur durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu nachzustellen. So gibt es in Akihabara diverse Cosplay-Cafés, welche zumeist im Stil eines Puppenhauses dekoriert sind.



Junge Kellnerinnen, die als Dienstmädchen verkleidet sind und dadurch aussehen wie Puppen, belustigen das Publikum. Sie animieren zum gemeinsamen Singen und erheitern die Gäste mit wenig unterhaltsamen Kinderspielen, natürlich aus meiner westlichen Sicht gesprochen…



…ich hab den Spaß trotzdem gerne mitgemacht, wie man unschwer erkennen kann. :-)



Obwohl dort tatsächlich nur rumgealbert wird, gelten diese Einrichtungen doch etwas als anrüchig und der Zutritt ist nur Volljährigen gestattet. Der Kaffee an sich ist hier natürlich ziemlich teuer, aber durchaus von hoher Qualität. ;-)



Bereits auf der Straße sind die Lokalitäten leicht an ihren einschlägigen Werbetafeln zu erkennen.



Noch eine kleine Kuriosität zum Abschluss. Gelegentlich sind in Tokios U-Bahnhöfen, auf den Treppenstufen, die Kalorien markiert, welche man während des Aufstiegs bereits verbraucht hat. Ich vermute dies soll die Leute dazu bewegen, auf die danebenverlaufende Rolltreppe zu verzichten, da dort häufig regelrechte Fußgängerstaus entstehen.



Es war wieder eine interessante Erfahrung, ein paar weitere Facetten dieser unsereins doch eher suspekten Kultur kennenzulernen. Ich bleibe dabei, Tokio ist einfach großartig und bietet jeden Besucher eine unwahrscheinliche Auswahl an Aktivitäten. Anschließend ging es für mich zurück nach China, allerdings noch nicht nach Ningbo. Stattdessen flog ich direkt von Tokio nach Changsha, der Provinzhauptstadt von Hunan und was ich dort erlebte, gibt es demnächst hier zu lesen...:-)))
5.2.18 07:14


Yiyang und bleibende Eindrücke vom Landleben in Hunan (28.01.2018 – 01.02.2018)

Direkt von Tokio flog ich über Shanghai nach Changsha, der Provinzhauptstadt von Hunan. Von dort ging’s erstmal per Auto ins zwei Stunden entfernte Yiyang, wo ich etwas übermüdet ankam. Zum extremen Kulturschock, kamen sehr kühle Temperaturen hinzu. Trotz herrlichen Sonnenscheins war es bitterkalt in Hunan. So fing ich mir prompt eine Erkältung ein. Diese hielt mich aber nicht davon ab, zuerst das Umland von Yiyang zu erkunden und später auch die Stadt selbst. In den Dörfern im Landesinneren von China, befinden wir uns mal wieder in einer ganz anderen Welt. Nicht zu vergleichen mit dem Leben in den großen Metropolen. Es geht schon damit los, dass es keine Heizung gibt. Glühende Kohlen unter den Tischen, sorgen zumindest für warme Füße. :-)



Ich mag es durch die Siedlungen zu gehen und das alltägliche Tun der Menschen zu beobachten. Die Bilder mögen auf manche etwas schockierend wirken, aber so ist es nun mal, das wirkliche Leben in China. Zufälligerweise stieß ich dazu, als öffentlich ein Jungbulle auf traditionelle Weise geschlachtet wurde. Durch einen kräftigen Hieb, mittels eines Vorschlaghammers, auf den Kopf wird das Tier zumindest etwas betäubt, bevor man den Kopf abtrennt und es ausbluten lässt.



Anschließend wird das Fleisch an die Anwohner verkauft. Zehn Euro fürs Kilo finde ich gar nicht so günstig. ;-)



Es geht hier zumeist ums reine Überleben, fast überall dreht es sich um die tägliche Nahrung. Nahezu vor jedem Haus, wird irgendwas geschlachtet...



...oder anderweitig Delikatessen zubereitet.



Eine Spezialität in Hunan ist eingeräuchertes Fleisch, egal von welchem Tier. Dieser Raum wird sowohl zum Aufwärmen am Lagerfeuer genutzt, wie auch als Kochstelle und nebenbei wird über einen längeren Zeitraum auch darüber hängendes Fleisch geräuchert. Wie meine Kleidung gerochen hat, nachdem ich nur wenige Minuten darin zugebracht habe, kann man sich vorstellen. ;-)



Was er nicht selbst züchtet kauft der Chinese vom Land am liebsten auf dem Dorfmarkt. Ob frischen Fisch...



...oder ein paar Bisamratten. Diese sind übrigens in kleinster Weise vergleichbar mit gewöhnlichen Ratten. Bisamratten fressen vegetarisch und dabei auch nur die Leckerbissen. Deshalb ist ihr Fleisch sehr zart und von hoher Qualität, sagen zumindest die Chinesen. Ich selbst habe es noch nicht probiert, werde mich aber irgendwann daran versuchen. ;-)



Ich weiß nicht welche Rasse es war, aber sicherlich kein Schoßhündchen. :-)



Aber feiern können die Menschen und dies üblicherweise in großer Gesellschaft. Bei Hochzeiten oder runden Geburtstagen wird die Straße rund ums Haus der betroffenen Familie hübsch geschmückt. Auf den roten Bändern sind die Namen der geladenen Gäste vermerkt, sozusagen im Wind wehende Gästelisten.



Dazu muss es im China bei jeder Feier fürchterlich laut sein. Früher wurde noch mit echten China-Böllern geknallt, aber die unwahrscheinliche Rauchentwicklung hat die Chinesen doch irgendwann zur Vernunft gebracht. Aber ganz ohne geht es scheinbar nicht und deshalb bestellt man heutzutage ein mobiles Böller-Gefährt. Mit Hilfe von Gasflaschen wird im Sekundentakt ohrenbetäubend geknallt und dies mehrere Stunden lang. Eine echte Qual für jedes mitteleuropäische Durchschnittsohr, wie ich sicherlich eines habe. ;-)



Im Stadtzentrum von Yiyang finden sich solche Dinge nicht mehr. Die bezirksfreie Stadt am Zi Shui Fluss hat immerhin über vier Millionen Einwohner. Hier ist bereits der westliche Stil auf dem Vormarsch. Ich besuchte den hübsch angelegten Olympiapark...



...natürlich fanden in Yiyang noch keine Olympischen Spiele statt, sondern es wird hier den erfolgreichen Olympioniken aus der Hunan Provinz gedacht.



Das Highlight von Yiyang‘s Sehenswürdigkeiten ist der Bailu Tempel…



…die leicht mit Schnee bedeckten Dächer der Prachtbauten gaben tolle Fotomotive ab.



Die heilige Stätte ist Buddha geweiht und dafür einmalig dekoriert.



Der Bergtempel wurde während der Tang Dynastie (618 - 907 n.Chr.) erbaut und ist somit weit über 1000 Jahre alt. Es war spannend durch sein mächtiges Areal zu schlendern.



Anschließend machte ich mich auf den Weg zurück nach Changsha, dort schaute ich mir eine ganz besondere Örtlichkeit an. Dieser widme ich demnächst einen eigenen Eintrag. :-)
12.2.18 06:41


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