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Tibet Plateau - Über drei Provinzen von Chengdu nach Lanzhou (17.08.2019 - 25.08.2019), Teil 2

Langmusi war der Hauptgrund meiner Reise in das tibetische Hochland. Seit Jahren war es ein Ziel von mir diese spezielle Ansiedlung zu besuchen. Um dieses Bergdorf erreichen zu können, musste ich allerdings eine weitere sechsstündige Busfahrt, von Songpan aus, auf mich nehmen. Die Ansiedlung lag auf über 3300 Metern, mittig geteilt durch die Grenze der Provinzen Sichuan und Gansu. Dies hat jedoch keinerlei Einfluss auf das tägliche Leben der Bewohner.



Ein Großteil der Einwohner von Langmusi sind Mönche. Überall im Dorf begegneten sie mir, zumeist in großen Scharen. :-)



Der Grund dafür liegt auf der Hand. In Langmusi befinden sich zwei berühmte Klöster. Auf der Seite der Sichuan Provinz besuchte sich das kleinere Kirti Kloster.



Dieses inspizierte ich natürlich ganz genau . ;-)



An prunkvollen Figuren zum tibetischen Buddhismus mangelte es definitiv nicht. :-)



Auf der gegenüberliegenden Seite des Dorfes, beeindruckte mich das Setri Kloster.



Sein riesiges Areal liegt bereits in der Provinz Gansu. Die Impressionen des Eingangsbereiches waren äußerst vielversprechend. ;-)



Stundenlang streifte ich...



...zwischen den imponierenden Prachtbauten umher.



Das faszinierende an Langmusi war, neben der grandiosen Lage, die unglaubliche Vielfältigkeit an Bauwerken. Neu- und Altbauten...



... wechselten sich mit zahlreichen religiösen Gebäuden immerzu ab.



Im Umland von Langmusi leben zahlreiche tibetische Familien in Wohnzelten.



Langmusi ist eines der höchstgelegenen Dörfer weltweit, welches ganzjährig bewohnt ist. Selbst jetzt im Sommer fielen die Temperaturen während der Nacht auf bis zu 5°. Ich mochte mir nicht vorstellen wie es sich dort im Winter anfühlen muss. Trotz der schwierigen Lebensumstände sind die Menschen unwahrscheinlich offen gegenüber Besuchern und waren immer zu einem Schnappschuss bereit. :-)



Es machte mir riesigen Spaß durch die Gassen zu streifen und um jede Ecke ein noch interessanteres Fotomotiv zu entdecken.



Die wunderschöne Bergwelt rundum Langmusi beeindruckte mich ebenfalls nachhaltig. Meine Wanderaktivitäten waren deshalb ziemlich ausgiebig.



Sehr früh am Morgen machte ich mich auf den Weg zu einem ziemlich unheimlichen Ort. Auf einem Bergplateau, hoch über Langmusi, führen die Einheimischen ihre berüchtigten Himmelsbestattungen durch.



Das dafür benötigte Werkzeug, mit welchem die Gliedmaßen der Verstorbenen abgehackt werden, steht dort allzeit bereit. :-)



Anschließend wird der Torso den Geiern überlassen. Diese lauern ständig auf einem nahegelegenen Bergkamm. ;-)



Sobald die Aasfresser ihre Arbeit beendet haben, werden die Reste im offenen Feuer verbrannt. Ausländern ist es strikt verboten an einer solchen Zeremonie teilzunehmen. So manche Überreste konnte ich dennoch einfangen, wie hier die Skelettknochen eines kompletten Armes inklusive Schulterblatt. :-)



Ebenso entdeckte ich einen menschlichen Unterkiefer im Gras. ;-)



Die tibetischen Buddhisten werden bekanntermaßen vom großen Dalai Lama geführt. Wenn auch aktuell unter schwierigen Bedingungen aus seinem Exil in Indien. Jede Glaubensgemeinschaft hat aber auch ihren lokalen Lama, eine Hierarchiestufe darunter. Auf dem folgenden Bild ist die Grabstätte eines ehemaligen Lama von Langmusi zu sehen.



Ganz sicher gehört Langmusi zu den interessantesten Orten, die ich jemals besucht habe. Im dritten Teil geht es dann weiter in die Qinghai Provinz. ;-)
9.9.19 03:57
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


padernosder (9.9.19 08:43)
Hallo Mirco,

ein toller, mutiger Beitrag! Nicht jeder wird Deine Fotos von "Leichenteilen" gerne sehen, aber ich finde es gut, daß Du zeigst, was dort oben, in über 3300 m Höhe, tatsächlich zu sehen ist.

Für unseren "Kulturkreis" unmöglich, Leichen zu "zerhacken". Dein Reisebericht ist ganz hervorragend dazu geeignet, uns "Mitteleuropäern" zu zeigen, daß es noch ganz andere Dinge gibt, als das, was wir kennen und für richtig halten. Ich habe mich gefragt, in welchem körperlichen Zustand der "örtliche Lama" in sein Grabmal kam? ;-)

Wieder einmal bin ich begeistert, wie Du uns durch Deine Bereitschaft, große Mühen auf Dich zu nehmen, teilhaben läßt an einem "Weltgeschehen", das uns erstaunt, ja sogar sprachlos macht!


Marie / Website (11.9.19 11:34)
Lieber Mirco,

also ich muss ja schon sagen, von diesem Erlebnisbericht bin ich mal wieder so richtig beeindruckt.
Die Strapazen, welche Du da auf Dich genommen hast, lassen sich deutlich erahnen, als wäre man fast zeitnah dabei gewesen. ;-))

Ich bin mir sehr sicher, dass ich mir das auch gerne angesehen hätte, auch wenn ich diese Bestattungsrituale sehr gruselig empfinde. Aber meine Neugier auf andere Kulturen, mit ihren Lebensumständen, hätte wohl gesiegt.

Dann auf zu Teil 3....
Liebe Grüße,
Marie

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