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Kritisches

Lotusfüße - Ein grausames Schönheitsideal

Mir ist die Geschichte der Lotusfüße lange bekannt und während der letzten Jahre immer wieder an verschiedenen Orten in China begegnet. Als ich kürzlich im Museum der „Qing’an Guild Hall“ wiedermal die winzigen Seidenschuhe erspähte...



...kam mir die Idee, zu diesem Thema einen kleinen Bericht zu verfassen. Die Historie der Lotusfüße begann im 10. Jahrhundert. Sie wurden erst unter der Führung von Mao Zedong geächtet und letztlich komplett abgeschafft. Es handelte sich dabei um einen uralten chinesischen Brauch. Hierbei wurden heranwachsenden Mädchen, zwischen fünf und acht Jahren, teilweise sämtliche Knochen an den Füßen gebrochen. Anschließend wurden die Füße mit Kräuter und Alaun getränkten Bandagen abgebunden. Die Zehennägel waren dabei so kurz wie nur irgend möglich geschnitten. Sobald der Verband austrocknete zog jenes schon sehr festgezurrte Gebinde noch stärker zusammen. Dadurch wurde der Fuß in seinem natürlichen Wachstum gehemmt und zum Klumpfuß deformiert. Das grausame Ritual wurde zuallermeist von Familienmitgliedern durchgeführt und bis ins Erwachsenenalter begleitet.



Hier ein typisches Röntgenbild von Füßen, welche über viele Jahre abgebunden wurden.



In der kompletten Bevölkerung, jedoch ganz besonders in wohlhabenden Kreisen, wurde die Tradition streng verfolgt. Den Mädchen wurde erzählt, sie hätten ansonsten keine Chance einen vernünftigen Ehemann zu finden. Die Länge des Fußes einer ausgewachsenen Frau mit Lotusfüßen beträgt etwa zehn Zentimeter! Ein direkter Vergleich sieht schon sehr komisch aus. ;-)



Ich habe bereits mehrmals Frauen mit Lotusfüssen gesehen, inzwischen sind sie natürlich allesamt hochbetagt. Trotzdem ist diese von Menschenhand erzeugte Verstümmelung äußerst mitleidserregend. Es beeinträchtigt das Gehen extrem und wenn man bedenkt, dass es die Opfer ein komplettes Leben ertragen mussten, schmerzt es umso mehr.



Es ist schwer nachzuvollziehen, wie Menschen auf solch eine grausame Idee kommen können. Allerdings gibt es derart traurige Traditionen zuhauf in der Welt und leider sind bis heute nicht alle ausgestorben, sowie die Lotusfüße in China - Gott sei Dank. ;-)
23.3.18 10:36


Deutsche in der Fremde - Korrekturbedürftig ;-)

Diese Woche gibt's eine etwas andere Art von Bericht. Ausnahmsweise hat er nicht sehr viel mit Reisen an sich, China oder irgendwas dergleichen zu tun. Ich möchte etwas loswerden was mir schon länger aufgefallen ist und dieser Eindruck verstärkt sich zunehmend.

So mancher deutscher Tourist benimmt sich im Ausland schlichtweg unmöglich!

Natürlich nicht allesamt, aber doch im Durchschnitt eine auffallend große Anzahl. Ich bin etwas schockiert, wie viele Reisende sich vorab nicht im Geringsten über ihr Reiseziel informieren! Man sieht Dinge, die mag man kaum glauben. Eine deutsche Touristin versuchte ohne Kopfbedeckung das Flughafengebäude im Iran zu verlassen. Sie wundert sich, dass sie vom Sicherheitspersonal dazu verdonnert wird sich umgehend eine Kopfbedeckung anzulegen. Ein Reisender in Nordkorea wollte seinen Reisebegleiter unbedingt eine DVD mit einem Hollywood-Film schenken. Wie sehr er den Reisbegleiter damit in Schwierigkeiten bringen kann, war ihm nicht Ansatzweise bewusst. Kaum in Thailand angekommen, hört man sie rufen, "Lieber Himmel, hier ist es aber heiß, ich muss mir erst mal eine kurze Hose kaufen". Anschließend laufen sie in den ersten Tempel hinein, natürlich mit Schuhe! Ein deutscher Besucher in China wörtlich, "Die essen hier ja mit Stäbchen, ich dachte das sind nur die Vietnamesen und wieso nehmen die eigentlich meine Euro nicht"...und so weiter und so weiter.



Anfänglich konnte ich noch darüber schmunzeln, aber inzwischen geht es mehr in eine Art von Fremdschämen über. Deshalb lege ich jeden ans Herz, sich zumindest grob über das anvisierte Reiseland zu informieren. Es vermeidet peinliche und auch gefährliche Situationen von vornherein. Gefährlich wäre zum Beispiel aus Unwissenheit bei Nacht an der falschen U-Bahn-Station in einem berüchtigten Stadtteil von New York auszusteigen. Ich mache sicherlich auch sehr viel falsch und lerne noch immer jeden Tag dazu. Aber gewisse Grundregeln sollten doch annähernd bekannt sein, bevor man irgendwo einreist. :-)



Zudem finde ich, dass die „Deutschen“ (also wiederum nicht alle) ein bisschen eingebildet und überheblich sind. Mir kommt es so vor, als ob sich hier ein Negativtrend entwickelt. Viele gehen davon aus, in ihrer Muttersprache mit den Einwohnern kommunizieren zu können. Umgekehrt gefragt, wie viele Deutsche können sich auf Spanisch oder gar auf Chinesisch artikulieren? Wenn wir ehrlich sind, ist es für einen Großteil schon eine immense Herausforderung sich halbwegs auf Englisch zu verständigen. Auch neigen wir „Deutsche“ schnell dazu die Geduld zu verlieren. Vor allem wenn es etwas wilder zugeht und nicht ganz so nach Plan läuft. Wenn wir schnell improvisieren müssen und es anders kommt als wir es uns vorher ausgedacht haben. Manchmal ist es halt etwas unübersichtlich, wie hier in Neu Delhi der Hauptstadt von Indien.:-)



Natürlich gibt es bei einer mehrwöchigen Asien-Rundreise ein paar mehr Dinge zu beachten, als bei einem Strandurlaub in Italien. Zusammenfassend meine ich, ein wenig mehr Anpassungswille und Bescheidenheit würde das Bild der „Deutschen" im Ausland deutlich verbessern. Auch bin ich sicher, dass die Leser meines Blogs nicht unter die hier beschriebene Kategorie fallen. :-)

16.11.16 05:16


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