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Indien

Haridwar - Das Tor zu Gott

Endlich geht's weiter zum Thema - Indien. :-)
Die Pilgerstätte Haridwar hat 220.000 Einwohner und liegt 214km nordwestlich von Neu Delhi, direkt an den Ausläufern des Himalaya-Gebirges, im indischen Bundesstaat Uttarakhand. Bei indischen Straßenverhältnissen bedeutet dies ungefähr sechs Fahrstunden! Allerdings hat sich meine ungemütliche Anreise (in einem Kleinwagen) mehr als gelohnt. Wir legten unterwegs mehrere Pausen ein, denn es gibt in Indien viel Außergewöhnliches zu sichten…



…unteranderem die Verarbeitung von Zuckerrohr.



Angekommen in Haridwar empfängt einem Shiva, eine Hindu-Gottheit, in Form einer überdimensionalen Statue.



Wörtlich übersetzt bedeutet Haridwar „Das Tor zu Gott". Sie gilt als eine der sieben heiligen Städte Indiens. Hier erreicht der heilige Fluss Ganges aus den Bergen des Himalayas kommend die Ebene. Dadurch zeigt sich der Strom hier noch blitzsauber.



Der Fluss ist weiblich und muss richtigerweise „die Ganga" heißen. Er ist benannt nach der hinduistischen Göttin Ganga und ist die lebendige Wasserform der Gottheit – der Fluss selbst stellt ihre Personifizierung dar. Ich nenne ihn aber trotzdem lieber Ganges, auch wenn es an sich nicht korrekt ist. ;-)



Ich stellte fest, die Strömung ist gewaltig. Selbst junge Männer müssen, trotz Metallketten die unterstützend Halt geben, einiges an Kraft aufwenden nicht mitgezogen zu werden. Um ein heiliges Bad auch älteren Menschen, Behinderten und Kindern zu ermöglichen, hat man einen regulierten Kanal vom reißenden Hauptstrom abgezweigt. Dieser verläuft entlang der Altstadt und an seinem Ufer befinden sich die wichtigsten Badetreppen. Der Hauptfluss fließt östlich der Pilgerstätte unverändert in seinem natürlichen Bett. In der Karte ist das Areal übersichtlich dargestellt.



Hauptzielpunkt der Pilger ist der „Har Ki Poudi“, was übersetzt „Die Stufen zu Gott“ bedeutet. Täglich nehmen hier über 100.000 (!) Menschen ein freisprechendes Bad im Ganges. Der Glaube besagt, dass alle Sünden weggespült werden, wenn einmal im kalten Wasser des heiligen Flusses gebadet wird. So habe natürlich auch ich mich in die Fluten gestürzt, zumindest meine Füße. ;-)



Es ist unschwer zu erkennen, am „Har Ki Poudi“ ist ganz schön was geboten...



Im Fluss wird alles was man sich vorstellen kann gebadet und auch beerdigt. Teilweise werden ganze Menschenleichen sowie Tierkadaver dem Ganges überlassen. Inzwischen wurde eine spezielle Fischsorte gezüchtet, welche darauf ausgerichtet ist, diese Art von Müll zu verzehren. Jeder kann sich ausmalen was sich zusammenbraut bis der Ganges schlussendlich den Golf von Bengal erreicht.



Es gibt weder Fleisch noch Eier in Haridwar, alles ist streng vegetarisch. Zudem besteht im gesamten Stadtgebiet ein striktes Alkoholverbot. Was auch der Sicherheit der Gläubigen entgegen kommt. Leider kommt es dennoch immer wieder zu Unfällen, auch zu tödlichen. Von der Brücke herabhängenden Stricke sind sozusagen des Abgetriebenen letzte Chance. Kann er keinen davon greifen... :-(



Hoch über der Stadt auf dem Siwalik-Hügel thront der Hindu-Tempel namens Mansa Devi.



Ich habe den halbstündigen Aufstieg der überfüllten Seilbahn vorgezogen. Die Aussicht über das Ganges-Delta und die Stadt ist durchaus ansprechend.



Diesen Tempel zu besuchen, ist eine Erfahrung der besonderen Art. Unfassbare Menschenmassen drängen sich im Gänsemarsch durch die schmalen Gänge des Bauwerks.



Inder haben generell überhaupt keine Probleme sich in riesigen Menschenansammlungen aufzuhalten. Neben der immens auf die Götter fixierten Stimmung, herrscht eine fröhliche und ausgelassene Atmosphäre.



Haridwar zu bereisen ist für nahezu jeden Besucher, nicht indischer Herkunft, eine Herausforderung. Auch im Stadtkern ist immer was los, oft zu viel für unsereins. :-)



Auf der anderen Seite ist es ein unglaublich bewegendes Erlebnis. Ich würde daher gerne wieder eine Pilgerstätte in Indien besuchen.
13.1.17 03:27


Indien – Einleitung & Schwierigkeiten des Subkontinents

Jetzt, wo auch Ningbo die kalte Jahreszeit eingeholt hat, ist nicht mehr ganz so viel mit Reisen oder anderen Aktivitäten. Gott sei Dank, dauert der Winter hier nur gute zwei Monate, die sind gerade noch zu überstehen. ;-) Diese Zeit würde ich gerne nutzen, um über ein interessantes Land zu berichten - INDIEN



Ich bin zwischen 2010 und 2013 häufig nach Indien gereist. Meine Gesamtverweildauer im Land liegt bei über einem halben Jahr. Den Großteil der Zeit habe ich rundum die Hauptstadt, Neu Delhi, verbracht. Dazu war ich immer wieder im Land unterwegs. Trotzdem würde ich mich keinesfalls als Experte in Bezug auf Indien bezeichnen. Ich hoffe jedoch, dass meine Erfahrungen ausreichen, um zumindest einen kleinen Teil an Informationen zu diesem faszinierenden Land in Worte zu bringen. Nach meiner Ansicht, gibt es zweierlei Menschen:
1) Die, die schon in Indien waren.
2) Die, die noch nach Indien gehen sollten.
In der ersten Gruppe gibt es unter anderem Leute, die beeindruckt sind von den grandiosen Sehenswürdigkeiten, die sich begeistern an den bunten Farben, welche die vom guten Essen in einem Sterne-Restaurant schwärmen. Das ist prinzipiell auch in Ordnung und nicht verwerflich. Diese Leute sind zumeist mit einer abgeschirmten Reisegruppe im klimatisierten Bus unterwegs oder beruflich in sicherer Obhut einer Firma in Indien. Sie zählen statistisch zur Gruppe 1. Nach meiner persönlichen Ansicht, jedoch mehr zur Gruppe 2. Im Prinzip wissen diese Reisenden nicht was auf den Subkontinent wirklich los ist.



Nur wer sich unters Volk mischt, kommt dem Leben im Land näher. Dies bedeutet auch mal bei über 40° ohne Ventilator und Klimaanlage im dreckigen Bett zu übernachten, mit Indern aus einem Topf mit bloßen Händen essen, mit ihnen beten, zu Familien nach Hause gehen und vielleicht auch mal ein völlig unterernährtes Kind im Arm halten. Wer so reist lernt ihn kennen, den Wahnsinn in Indien. Hier durfte ich übers Wochenende zu Gast bei einer indischen Großfamilie sein. Eine unvergessliche Erfahrung für mich.



Die größte Demokratie der Welt hat so viele Probleme, sie können gar nicht alle aufgelistet werden. Immer größer wird jedoch das Motivationsproblem. Die Anzahl derer die von Geburt an keine Chance haben, ist einfach zu groß. Sie enden oft im Alkoholismus und vegetieren in der Gosse dahin. Das Schicksal dieser Kinder ist vorbestimmt...



Indien geht grausam mit seinen Armen um! Es herrscht sehr oft kein Respekt vor dem menschlichen Leben. Tiere werden oft wesentlich besser behandelt als Menschen. Verantwortlich dafür ist größtenteils das bestehende Kastensystem. Inder aus der untersten Kaste werden "die Unberührbaren" genannt. Ist jemand als "Unberührbarer" geboren besteht für ihn keine Aussicht auf vernünftige Bildung oder Arbeit. Er bleibt immer da, wo schon die Vorfahren seiner Familie waren, nämlich ganz unten. Man kann Bilder dieser Art in jeder Ecke des Landes machen. In diesem Fall handelt es sich um ein Slumgebiet in Delhi.





Hinzu kommt die für unsereins völlig undurchsichtige Religion. Über 80% der Inder haben sich dem Hinduismus verschworen. Sie verehren verschiedenste Götter, die ihnen Regeln fürs Leben aufstellen. Leider nicht nur sinnvolle (aus unserer westlichen Sicht gesprochen). Egal was Inder tun, alles hat irgendwie mit ihrem Glauben zu tun. Das Vertrauen in die Götter ist grenzenlos. Hindus glauben was man im Leben gut bzw. schlecht macht, wirkt sich bei Wiedergeburt im nächsten Leben dementsprechend aus. Somit entsteht ein Teufelskreis, Arme sind demnach selbst an ihrer Situation schuld. Sie erfahren daher keinerlei Mitleid oder Unterstützung. Die Situation ist politisch bewusst so gesteuert. Die Regierung weiß, unbegrenzt gebildete und wohlgenährte Menschen verträgt dieses Land nicht. Die Ressourcen des Landes würden nachweislich zwar für alle reichen, allerdings müsste dann jener Teil der Bevölkerung der jetzt in Saus und Braus lebt gewisse Einbußen hinnehmen und dies ist natürlich inakzeptabel. Folglich hält man den Großteil der Bevölkerung bewusst dumm. Damit sich die momentan größte Menschenrechtsverletzung unserer Erde erfolgreich umsetzen lässt, werden Werkzeuge wie Kastensystem und auch Religion zwingend benötigt. Ein Änderungsprozess soll angeblich seit Jahren im Gange sein, allerdings so was von langsam, dass man ihn nicht erkennen kann.



Für die Hindus ist die Kuh die Mutter allen Lebens und gilt als Lebensspenderin. Alle Kühe sind heilig und dürfen überall frei herumlaufen.



Es nervt durchaus, wenn einen immer wieder Kuhkacke am Schuh klebt. Auch passiert es, dass man von hinten und völlig unerwartet am Ohr geleckt wird. ;-) Hier ist eine Verkehrsinsel in Neu Delhi zu sehen. :-)



Die Tiere sind nebenbei auch die natürliche Müllentsorgung Indiens. Denn was herumliegenden Müll betrifft, sind die Inder völlig schmerzfrei. Sauberkeit oder Umweltschutz ist nicht Teil ihrer Kultur. Überall sieht es aus wie auf einer Müllhalte. Es gibt in den Großstädten wie Delhi und Mumbai staatliche Initiativen zur Müllbekämpfung, jedoch bislang mit mäßigem Erfolg.



Der exorbitante Smog ist menschengemacht. Bauern fackeln die abgeernteten Felder ab, um die nächste Aussaat vorzubereiten. Asche wird als Dünger verwendet und Verbrennen ist günstiger als wegräumen. In den Slums verbrennen die Obdachlosen Müll und Blätter, um sich zu wärmen. Menschen der gehobenen Schicht verbrennen Müll, damit sie ihn los haben. Industrieanlagen, Kohlekraftwerke und der Verkehr besiegeln den Rest. Die Folge sind desaströse Luftwerte. Niemand hat damit gerechnet, dass jemals die Grenzen der Messegeräte von 999 Mikrogramm nach PM 2,5 pro Kubikmeter erreicht werden könnten, Delhi hat es leider geschafft. )-:
Verkehr - Ist für das was sich auf den Straßen abspielt kein geeignetes Wort. Totales Chaos - Trifft es wesentlich besser. Es herrscht Linksverkehr, jedoch ist dies für unsereins kaum erkennbar. Was sich auf den Straßen Indiens rumtreibt ist unglaublich. ;-)



Die Infrastruktur ist aufgrund der hohen Korruption sehr schlecht. Steuergelder verschwinden zu großen Teilen in irgendwelchen dunklen Kanälen. Alleine nur Transportmöglichkeiten für die ungeheuren Menschenmassen zu schaffen, ist täglich eine extreme Herausforderung. Auf diesem Fahrzeug wäre allerdings noch etwas Platz gewesen... ;-)



Die kritischen Aspekte zu Indien haben wir damit schon hinter uns gebracht. Natürlich gibt es auch in Indien viele positive Dinge. Dieses Land hat unzählige schöne und interessante Orte zu bieten. Meine Reiseerfahrungen dort und weitere Themen zu diesem spannenden Land, werde ich versuchen in einer kleinen Artikelfolge in den kommenden Wochen zu beschreiben. Ein lustiges Bild zum Abschluss des ersten Teils - Indischer Familienausflug! :-)

13.12.16 06:07


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