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Ningbo A bis Z

Tianfeng Turm - Eine echte Pagode im Stadtzentrum von Ningbo (25.08.2018)

Wer meine Berichte regelmäßig verfolgt, dem ist bestimmt schon aufgefallen, dass ich im Laufe der Zeit eine gewisse Vorliebe für Pagoden entwickelt habe. :-)
Als historische und teilweise auch religiöse Gebäude wurden viele Pagoden in China während der Kulturrevolution teilweise oder vollständig zerstört. Im Zentrum von Ningbo findet sich glücklicherweise noch ein Original davon, der siebenstöckige Tianfeng Turm.



Diese Bauwerke werden Turm genannt, da es das Wort „Pagode” im chinesischen nicht gibt. Das in Europa gebräuchliche Wort „Pagode” stammt vermutlich von einem indischen Wort ab. Mit der buddhistischen Religion kam ein traditionelles buddhistisches Gebäude, die Stupa, aus Indien nach China. Hier vermischte sich die indische Architektur mit der lokalen chinesischen Art der geschwungenen Dächer...



...diese Tatsache spiegelt sich auch beim Tianfeng Turm wieder. Das antike Bauwerk ist, nach meiner persönlichen Ansicht, eines der schönsten Wahrzeichen von Ningbo.



Der Informationstafel konnte ich entnehmen, dass der Tianfeng Turm während der Tang-Dynastie (695 n.Chr.) erbaut wurde.



Für einen Eintrittspreis von 0,60€ können Besucher den schweißtreibenden Aufstieg, über die nach oben immer enger werdenden Holztreppen, bestreiten. Diese Herausforderung bin auch ich nach längerer Zeit mal wieder angegangen. ;-)



Von oben bieten sich, trotz der relativ klein gehaltenen Ausgucke, interessante Aussichten...



...über das riesige Stadtgebiet von Ningbo.

3.9.18 02:16


Qing’an Guild Hall - Das Gute liegt oft ganz nah (23.02.2018)

Die Qing’an Guild Hall ist nur einen Steinwurf von meiner Wohnung im Zentrum von Ningbo entfernt. Qing’an Guild Hall bedeutet übersetzt so viel wie „Zunfthaus der Qing-Dynastie“. Ich habe zwar schön häufig im Vorbeigehen, die alten Gemäuer rundum den Gebäudekomplex wahrgenommen, aber detailliert hatte ich mich bis dato nicht damit beschäftigt.



So ging ich an einem sonnigen Feiertag wiedermal daran vorbei und siehe da, erstmals überhaupt erblickte ich das mächtige Eingangstor offen stehend. Ich las die angeschlagene Kurzanleitung und der Eintrittspreis ist mit zwei Euro auch ziemlich günstig.



Die Qing’an Guild Hall war ursprünglich ein buddhistischer Tempel, welcher zumeist von Seefahrern besucht wurde. Ningbo hatte schon immer einen der weltgrößten Häfen, da machte eine solche Einrichtung durchaus Sinn. Heute besteht die Anlage aus zwei Teilen. Den Tempelbereich gibt es immer noch...



...dazu wurde ein Museum eingerichtet. Auch dieses, wie könnte es anders sein, orientiert sich hauptsächlich an der Seefahrt. Unteranderem sind hier viele explizite Schiffsmodelle ausgestellt...



...aber auch einige weitere Raritäten sind hier zu finden.



Noch interessanter waren für mich die palastartigen, sehr aufwendig dekorierten Gebäude.



Die Tempelanlage wurde 1853 fertiggestellt. Erst vor wenigen Jahren wurden Teilbereiche des Anwesens zu Chinas ersten Folklore-Schifffahrtsmuseum umgebaut. Es hat richtig Freude gemacht, durch die hübsch aufbereiteten Gassen und Bauwerke zu schlendern.



Hier ein Bild, geknipst aus dem Innenhof des Museums. Es verdeutlicht wie nahe meine Wohnung an dieser Sehenswürdigkeit liegt. ;-)



Fast unglaublich, dass ich es fünf Jahre lang nicht geschafft habe, diesen lukrativen Ort zu begehen. :-)



Zum Schluss noch etwas für alle Wissensbegierigen, die sich für Eigenheiten der chinesische Kultur interessieren. Hin und wieder trifft man in China auf unbequem hohe Eingangsstufen, zuallermeist ist dies bei älteren Häusern der Fall.



Ich hatte mich bereits an verschiedenen Orten über diese heimtückische Art von Stolperfallen gewundert, bis ich kürzlich ihren Hintergrund erfahren habe. Auch hier, direkt in meiner Nachbarschaft, bin ich jetzt wieder auf sie gestoßen...



...sie deuten auf das Vermögen, der im Haus lebenden Familie hin. Je höher die Stufe, desto reicher die Hausbesitzer. Früher war es ein normaler Vorgang, dass der Brautvater zuerst die Stufe am Elternhaus des Bräutigams vermessen hat, bevor er einer Hochzeit zustimmte. ;-)
7.3.18 02:28


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